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Zu Gast bei der Freimaurerloge Plato

Zu Gast bei der Freimaurerloge Plato

Als nahezu sagenumwoben kann man die Freimaurerei bezeichnen. Autoren wie Dan Brown haben die Symbolik rund um den Bund der „freien Maurer“ aus den Zünften des Mittelalters in abenteuerliche Geschichten verpackt. Wir wollten wissen: was ist da wirklich dran und was machen die eigentlich so?

Symbolik FreimaurereiSo folgten wir am Montag, den 27.03.17, der Einladung von Dieter Börgers in die Freimaurerloge Plato in der Wiesbadener Friedrichstraße. Neben einem Vortrag im großen Saal, in dem auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden, durften wir sogar den Tempelraum besichtigen, in dem die Rituale stattfinden. Herr Börgers ist der „Meister vom Stuhl“, der Vorstand der Loge Plato und stand uns nach seinem spannenden Vortrag noch solange zur Verfügung, bis auch die letzte unserer Fragen beantwortet war.

Die heutigen Freimaurer ziehen nicht mehr über Land, um Kathedralen zu bauen, sondern arbeiten an sich selbst, an der „inneren Kathedrale“, nach den Idealen der Aufklärung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Ihr Ziel ist, das eigene Verhalten zu disziplinieren, also stets das rechte Maß zu finden und geistig zu wachsen, unabhängig von der religiösen, ethnischen und politischen Herkunft der einzelnen „Brüder“.

Freimaurerloge Plato WiesbadenSo wie die Wirtschaftsjunioren sind auch die Freimaurer weltweit vereinsähnlich in so genannten Logen organisiert und treffen sich wöchentlich zum Logenabend. Ein großer Unterschied: die klassische Freimaurerei ist ein geschlossener Männerbund und nicht jeder hängt seine Zugehörigkeit sowie das damit ebenfalls verbundene soziale Engagement gerne an die große Glocke! Kein Grund für Verschwörungstherorien, sondern ein Relikt vergangener Zeiten, in denen bei Zusammenkünften der Adel mit dem Handwerk auf Augenhöhe agierte, dies aber nicht unbedingt in der Nachbarschaft zeigen wollte … Historische Wirtschaftsspionage der Kathedralen-Maurer führte schon früh in der Geschichte zu Vermeidungsstrategien wie den bis heute überlieferten geheimen Erkennungszeichen. So können sich zwei Freimaurer einander beispielsweise auch heute noch am Händedruck zu erkennen geben. „Das wirklich Geheimnisvolle ist das, was passiert, wenn man dabei ist – und das ist bei jedem Bruder individuell! Darüber hinaus ist alles öffentlich nachzulesen“, erklärt uns Dieter Börgers, während er in die Symbolik der Freimaurer einführt.

Übrigens: viele große Männer der Geschichte gehörten zum Bund der Freimaurer: Goethe, Mozart, Ford, Atatürk oder alle US-Präsidenten bis Roosevelt!

Wirtschaftsjunioren Wiesbaden bei den Freimaurern

Seinen Charakter zu formen, verlässlich füreinander-miteinander da zu sein und sich im Rahmen des Möglichen – zwischen Künstlern, Angestellten, Wissenschaftlern oder Unternehmens-Vorständen gibt es Unterschiede, doch in der Loge sind alle gleich! – für die Gesellschaft einzusetzen, dies und vieles mehr bedeutet es heute, ein Freimaurer zu sein.

Wir finden: das klingt richtig gut und bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei Dieter Börgers für seine Zeit, die Einblicke und die Gastfreundschaft!